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In welchem Jahr die Geschichte des Grausteiner Sportvereines begann, ist heute nicht mehr nachzuvollziehen und Schriftstücke sind nicht vorhanden. Aus den Erzählungen der älteren Grausteiner ist bekannt, dass in den zwanziger Jahren in der Muskauer Str. 6 (ehemals Grundstück Emil Peter) der „Turnverein“ sein Domizil hatte. Ein Foto vom Vereinsfest 1922 belegt, dass es schon damals viele Teilnehmer gab.

 

 

1. Vereinsfest 1922

1949 wurde auf ehemaligem Kirchengelände im Schleifer Weg (unweit vom Storchberg) begonnen, ein neues Sportlerheim zu bauen. Verbaut wurden Abbruchsteine, die Grausteiner Bürger zur Baustelle brachten. In freiwilligen Arbeitsstunden errichteten die Grausteiner, wie Helmut Peter, Willi Roick, und Heinz Kraske, das Sportlerheim. Als Sport- und Spielfläche wurde das angrenzende Brachland genutzt. Der Bau wurde 1950 beendet. Bezahlt hat diese Baumaßnahme schon damals die Gemeinde.

 

Im Laufe der Jahre entwickelte sich ein aktives Sportgeschehen – Fußball wurde bis 1961 gespielt. Im Jahr 1962 war kein arbeitsfähiger Vorstand mehr vorhanden, so dass die Vereinsarbeit einschlief. Auf Betreiben einiger Spieler kam es zum Zusammenschluss mit dem Sportverein „Dynamo Spremberg“. Dies war der ehemalige Polizeisportverein. Obwohl man Spremberg angehörte, wurden die Spiele nach wie vor in Graustein ausgetragen. Doch ewig konnte das nicht so gehen. Nach mehreren Zusammenkünften und Aussprachen war man sich darüber einig, wieder einen eigenen Sportverein zu gründen. Im Juni 1963 war dies der Fall. Den Vorsitz übernahm der Sportfreund Horst Nuck. Weitere Vorstandsmitglieder waren damals Heinz Kraske, Helmut Peter, Reinhard Peter und Kurt Kolba. 

In den Jahren danach wurde bei den Wahlversammlungen alle zwei Jahre eine neue Leitung gewählt. Bis 1991 gehörten folgende Sportfreunde der Vereinsführung an: als Vorsitzender: Horst Nuck und als Mitglieder: Heinz Kraske, Ulrich Malek, Ronald Scheller, Helmut Schrockosch, Eberhard Nuck, Kurt Schulz, Manfred Müller und Norbert Heinze. Für die Revision war Alfred Drescher verantwortlich. Horst Nuck und Heinz Kraske waren 1963 dabei und haben sich intensiv um den Nachwuchs und die Belange des Sports gekümmert.

1966 wurde am heutigen Standort in der Muskauer Straße begonnen, ein neues Sportlerheim zu bauen. Neben Sanitär-, Dusch- und Umkleideräumen waren im Sportlerheim auch eine Kegelbahn und eine Vereinsgaststätte untergebracht. Am 30.April 1976 erfolgte die Einweihung. Die Sportgaststätte wurde in den Jahren von 1976 bis 1990 von Heinz Petrick geleitet. In den Jahren von 1991 bis 2001 von Marita und Rainer Koall und seit 2002 von Michel Ballaschk.

Nach der Einweihung im Jahr 1976 entwickelte sich im Laufe der Jahre ein aktives Vereinsleben. So gab es neben der Sektion Fußball (2 Mannschaften und 2 Nachwuchsmannschaften) auch die Sektionen Schach, Tischtennis, Judo, Billard (3 Mannschaften), Kegeln (2 Männermannschaften; 1 Frauenmannschaft), eine Laufsportgruppe und eine Hausfrauengruppe Gymnastik. Im Wettbewerb „Sportstafette der DDR“ waren die Grausteiner in der Gruppe II (Landsportgemeinschaft) eingestuft. Sie belegten stets vordere Plätze und wurden mehrmals ausgezeichnet. Sogar am Deutschen Turn- und Sportfest und der Kinder- und Jugendspartakiade in Leipzig nahmen Sportfreunde aus Graustein teil. Der Jahresbeitrag für den Verein betrug damals 15,60 Mark (1,30 Mark/Monat).

In den 70er Jahren war es zu einer Tradition geworden, dass die Grausteiner Fußballer einmal im Jahr im sportlichen Wettstreit gegen eine Fußballmannschaft der sowjetischen Streitkräfte aus Schleife antrat.

Sportliche erfolge gab es eine Vielzahl. Die Schülermannschaft wurde 1974 im Fußball Hallenkreismeister. Die anschließenden Bezirksausscheide fanden in Senftenberg, Rietschen und Bad Liebenwerda statt. Der Initiative von Heinz Kraske und dem Polizeikreisamt der Stadt Spremberg war es zu verdanken, dass die Fahrten abgesichert werden konnten. Im August 1988 nahmen die Grausteiner Volkssportkegler an den Vorrundenentscheidungen teil. Dabei qualifizierten sie sich für die Endrunde in Welzow. Im Jahr 1989 wurden die Fußballer der SG Graustein (erste Mannschaft) Kreismeister und Pokalsieger bei den Männermannschaften.

Bei den jährlich stattfindenden Dorf- und Sportfesten stand neben dem Fußball auch der Massensport im Vordergrund. Die hervorragende Vereinsarbeit hatte bewirkt, dass sich in Graustein eine tolle Laufmannschaft herausgebildet hatte. So war es nicht selten, dass an den Läufen hunderte Teilnehmer um den sportlichen Erfolg wetteiferten. Läufer wie Jürgen Kucher, Frank Balzke und Klaus Feier waren stets dabei. Neben den Laufsportveranstaltungen in Graustein nahmen Jürgen Kucher und Frank Balzke sogar am New York Marathon teil und auch Klaus Feier ging an etlichen Marathonläufen außerhalb seines Heimatortes an den Start. Seit einigen Jahren nun widmet er sich dem Radsport und hat auch hier beachtliche Erfolge zu verzeichnen.

Eine Sektion, die alle Höhen und Tiefen im Vereinsleben gut überstanden hat, ist die Sektion Billard. 1963 wurde der Kreisfachausschuss Spremberg mit dem Ziel gegründet, eine Meisterschaft zu spielen. Die SG Schönheide gehörte dazu. Spieler wie Heinz Otter, Heinz Schenker, und Heinz Müller gehörten zu den Aktivsten der ersten Stunde. Spielstätte war die Gaststätte „Otter“ (heute „Dorfkrug“ Schönheide), die noch heute Austragungsstätte von Wettkämpfen ist. In den 70er Jahren stellten sich bei Kreis- und Bezirksmeisterschaften sowie bei Spartakiaden die ersten größeren Erfolge ein. Spieler, wie Gensel, Schenker E., Grötzner und Diedrich erspielten Platzierungen im roten Bereich und holten eine Vielzahl Medaillen nach Schönheide. Der größte Erfolg war am 23.August 1970, als Heinz Gensel bei den Schülern „DDR –Vizemeister“ wurde. Billard erfreute sich regen Zuspruchs, so dass in den 80er Jahren zwei Vereine gegründet wurden. Die Grausteiner spielten zunächst im Sportlerheim und später im Umspannwerk. Die Schönheider im Dorfkrug. Mitte der 80er Jahre trugen beide Mannschaften intern den Lausitz-Cup aus, den die Grausteiner gewannen. Dieser Pokal hat noch heute einen Ehrenplatz im Sportlerheim.

Nach der Wende wurde alles schwieriger. Ob die Vereinsgründung oder der Zusammenschluss beider Mannschaften aus Graustein und Schönheide. Doch der Neuanfang war 1992 geglückt. Noch heute gibt es zwei Mannschaften, die recht erfolgreich das Billardkegeln betreiben.

Insgesamt gab es im Sportverein eine ganze Reihe von Veränderungen. Bei der Wahl 1991 sollte ein neuer Vorstand die Geschicke des Vereins in die Hand nehmen. Dadurch ließen sich einige alte Vorstandsmitglieder nicht mehr aufstellen. Neuer Vereinsvorsitzender wurde Ingo Gensel. Noch heute gibt es Fußball, Billard und Kegeln. Heute ist der Vereinsvorsitzende Ronald Drescher. 1995 wurde das Sportlerheim für ein jalbes Jahr geschlossen. Es fanden umfangreiche Baumaßnahmen zur Rekonstruktion statt. Dach, Schornsteine, Heizung, Umkleideräume, Sanitärbereich und Fußboden wurden erneuert. Selbst die Gaststätte wurde umgestaltet und vergrößert, so dass Feiern mit bis zu 80 Personen in den Räumen stattfinden können. Heute ist der Sportverein im Dorf nicht mehr wegzudenken, denn jährlich stattfindende Sportfeste u.a. Veranstaltungen ziehen wieder viele Gäste an und tragen so zu einem aktiven Dorfgeschehen bei.

 

Quelle: Auszüge aus "Chronik Grausteiner Geschichte(n)" mit leichten Veränderungen.

 

 Nowotnick, August 2011